Forschung trotz Corona, das Crossmediateam bleibt am Ball

In enger Kooperation mit der Nationalparkverwaltung arbeitet das Crossmediateam zur Zeit an folgenden Teilprojekten:

Hunsrück Soundscape Projekt

U. a. werden folgende Hypothesen im Rahmen des langfristig angelegten Soundscape ecology-Projektes wissenschaftlich überprüft:

  1. Anthrophone Klänge überlagern biophone und geophone Klänge und haben insofern negative Auswirkungen auf die Biodiversität im Nationalpark. Die negativen Auswirkungen potenzieren sich im Zusammenwirken mit anderen Faktoren wie z. B. Klimawandel-Folgen.  
  2. Es gibt keinen Ort im Nationalpark, der nicht von Verkehrslärm, Freizeitlärm oder Industrie-Lärm belastet ist (Hempton/ Grossmann 2010).
  3. Durch das akustische Monitoring erfasste Veränderungen der biophonen und geophonen Klänge im Nationalpark unterstützen Hypothesen zu den lokalen und regionalen Auswirkungen des globalen Klimawandelgeschehens

Projekt Wegerückbau

Als Teil der Rückführung in einen naturnahen Zustand wird die Wegführung im Nationalpark verändert. An einigen markanten Stellen wird ein Vorher-Nachher-Audiomonitoring mit dem Ziel durchgeführt, die Frage zu beantworten, ob sich nach dem Rückbau eine merkliche Änderung im Soundscape des zu untersuchenden Gebietes einstellt und welche Rückschlüsse daraus zu ziehen sind.

Projekt Reisig-Totholz

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald befindet sich eine Reisig-Totholz-Ansammlung von ungewöhnlichen Ausmaßen. Hier wird ein Audiomonitoring im Hinblick auf eine faunistische Besiedelung durchgeführt.

Mittels Audio-Aufnahmen können lautgebende Säugetiere, Amphibien und Vögel, die in dem vorhandenen Reisig-Totholz einen Lebensraum finden, identifiziert und dokumentiert werden. Auf der Grundlage der empirischen Daten sind valide Aussagen zur Entwicklung der Biodiversität im Reisig-Totholz möglich.

Projekt Hirschbrunft

Seit 2018 wird ein Audiomonitoring im Nationalpark im Hinblick auf die akustische Erfassung der Hirschbrunft durchgeführt.

Das Ziel ist eine Aufarbeitung sowie Analyse der Daten hinsichtlich Spracherkennung bzw. Speziesidentifikation und auch für Sprechererkennung.

Semesterweise Aufnahme an drei Standorten

Neben den bereits genannten Projekten betreibt Crossmedia ein „semesterweise“ rotierendes Aufnahmekonzept, bei dem drei unterschiedliche Standorte des Nationalparks im Wechsel aufgenommen werden. Die Standorte „Leisel Jagdhütte“, „Hangmoor Ochsenbruch bei Börfink“ und der „keltische Ringwall Otzenhausen“ werden somit alle 1.5 Jahre wechselnd je einmal im Sommer und im Winter einem Monitoring unterzogen. Die generierten Daten sollen im Anschluss anhand der oben genannten Thesen untersucht werden. Hierbei sind diese drei Standorte nicht willkürlich gewählt. Der Nationalpark wird in sog. „Wildniszone“, „Entwicklungszone“ und „Pflegezone“ eingeteilt und dementsprechend wurden auch die Aufnahmestandorte gewählt.

die drei Aufnahmestandorte (schwarzer Kreis) von links nach rechts beim keltischen Ringwall Otzenhausen, Nahe des Hangmoors bei Börfink und an der Jagdhütte bei Leisel

Neue Software zur Analyse der Daten

Zusätzlich zur Weiterführung aller Projekte, hat sich in diesem ungewöhnlichen Semester auch eine Software-Neuerung ergeben. Neben der an der Cornell University entwickelten Software „Raven“ (https://ravensoundsoftware.com/), die sich besonders gut für die Identifizierung der Avifauna eignet, soll im kommenden Semester ebenfalls die Software „Kaleidoscope“ von Wildlife Acoustics getestet werden. Eine Demo-Version befindet sich hierbei aktuell schon in der Testphase. Sie zeichnet sich besonders durch die Features der Batch- sowie Cluster-Analyse aus und kann vollautomatisch und zuverlässig Tierstimmen in sehr großen Datenmengen identifzieren und isolieren (https://www.wildlifeacoustics.com/products/kaleidoscope-pro).

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