Sound Ecology

kursws16

In diesem Semester (WS 2016/17) befasst sich Crossmedia mit dem Thema „Sound Ecology“ mit Bezug auf Nationalpark Hunsrück-Hochwald und den Umwelt Campus Birkenfeld.
Sound Ecology ist ein Wissenschaftsbereich, der sich mit akustischen Phänomenen sowie deren Aus- und Wechselwirkungen auf Menschen und Tiere befasst.
Es geht darum, den akustischen Bereich der Wirklichkeit zu untersuchen.

Die Studierenden erforschen in kleinen Gruppen verschiedene Aspekte dieses weitgesteckten Themenfeldes.

Dabei wird Sound Ecology sowohl aus technischer als auch soziokultureller Sicht betrachtet. In unseren Ansatz integrieren wir zudem Aspekte kreativ-künstlerischer Herangehensweisen.

Sound Ecology aus technisch-ingenieurwissenschaftlicher Perspektive:

Mit der Suche und dem bewertenden Vergleich verschiedener Softwaresysteme zur Aufzeichnung, Analyse und Auswertung von Soundfiles beschäftigt sich die Projektgruppe „SASLab“. Die Ergebnisse dieser Arbeit liefern die Basis der zukünftigen Sound ecology-Forschung hinsichtlich Bestandsaufnahme und Beobachtung (Inventoring, Monitoring) der Entwicklung im Nationalpark Hunsrück.

Schwerpunkte der Bewertung der zur Verfügung stehenden Softwaretools sind unter anderem Datenbankverwaltung sowie Mustererkennung und –abgleichungen der aufgenommenen Audiofiles und der entsprechenden Referenzdateien.

Crossmedia widmet sich auch der Anwendung und Verifizierung/ Falsifizierung der Ansätze und Thesen bekannter Sound ecology-Wissenschaftler, etwa der „Nischentheorie“ von Bernie Krause oder des „Soundscape“-Ansatzes von Murray Schafer, Barry Truax und Hildegard Westerkamp u.a.

Eine Arbeitsgruppe versucht möglichst viele und verschiedenartige Klänge von „Wasser im Hunsrück“ in allen Aggregatzuständen aufzunehmen und in einer Datenbank zu sammeln.

Alle Crossmedia-TeilnehmerInnen „erforschen“ in diesem Semester ihre eigene konkrete Klangumwelt am Umwelt-Campus Birkenfeld.
Sie gehen der Frage nach: „Wie klingt der Umwelt-Campus im Wintersemester 2016/17?“ und sammeln und bearbeiten dazu Audio-Aufnahmen.

Sound Ecology aus soziokultureller Sicht:

Thematisiert werden auch Auswirkungen der akustischen Umwelt auf den Menschen:
Wie wirkt sich eine gegebene Geräuschkulisse (Soundscape) z.B. auf Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen aus? Welche Handlungsmöglichkeiten lassen sich vor dem Hintergrund unerwünschter akustischer Phänomene („Lärm“) erschließen? Wie mit unterschiedlichen Interessen und den daraus sich ergebenden Konflikte umgehen („Gestaltung der akustischen Umwelt“)

Eine Gruppe beschäftigt sich dem erwähnten World Soundscape Project (WSP)

Das WSP hat seinen Ausgang in Kanada/ Vancouver genommen (Schafer/ Truax/ Westerkamp) und ist inzwischen weltweit aktiv.
Die Projektakteure beschäftigen sich mit dem Ansatz, die Umwelt als „klangliche Landschaft“ (= soundscape) wahrzunehmen und zu untersuchen.

Zwei Arbeitsgruppen beschäftigen sich unter pädagogischen Gesichtspunkten mit Fragen, wie man mit geeigneten Maßnahmen für unterschiedliche Adressatengruppen auf eine verbesserte Sensibilität und Bewusstheit (awareness) bezüglich der akustischen Umwelt hinarbeiten kann.
Unerwünschte und negative Auswirkungen („Lärm-Verschmutzung der Umwelt“) sollen frühzeitig wahrgenommen werden. Es wird auch nach Ansätzen und Strategien gesucht, wie eine zukünftige Klangumwelt im Sinne des Nachhaltigkeitsprinzips gestaltet werden könnte.

Ein weiterer Untersuchungsbereich ist die Frage des Umgangs mit unserer akustischen Umwelt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Angefangen von einer monetären Bewertung der Lärm-Verschmutzung bis hin zu Fragen wie „Ist eine Klanglandschaft als ein Allgemeingut/ Common good?“, „Wer und wie darf das Allgemeingut Klanglandschaft für seine partikularen bzw. privaten Interessen nutzen?“.
Hier wird z.B. die Lärmbelastung durch Luftverkehr oder auch die zukünftige Touristen-/Besucherlenkung im Gebiet des Nationalparks thematisiert.

Auch historische-klangarchäologische Aspekte werden bearbeitet:
Welche Klänge konnte man vermutlich zu Zeiten der Römer, der Kelten oder zu Zeiten von ‚Schinderhannes’ hören? Welche Klänge sind z.B. im Hunsrück nicht mehr oder nur noch selten zu hören (z.B. Schmiedehämmer, Pferdegetrappel, …, aber auch die Klänge, die man auf Dorffesten im Hunsrück hören konnte („Pfälzer Wandermusikaten“) )?

Als Kernbestandteil von Crossmedia wird die Crossmedia-website auf dem aktuellen Stand gehalten, mit dem Ziel, die Bandbreite und das wissenschaftliche Niveau der Arbeit im Crossmedia-Bereich, über die Hochschule hinaus zu veranschaulichen.

In diesem Sinne bewährt sich auch die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem
Nationalpark-Radio.
Eine Arbeitsgruppe liefert kleinere und größere Beiträge, um auf das Geschehen am Umwelt-Campus im Rahme der Nationalpark Radio-Sendungen hinzuweisen.

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